Selbstversorgung und Gartenbau

Da ein eigenes Haus eine gute Basis für sowohl ernährungsmäßige als auch kleingewerbliche Selbstversorgung darstellt und die Nutzung dieser Möglichkeiten ein würdevolles Leben von Geringverdienern in erreichbare Nähe rückt, ist dies ein guter Grund, hier einen Erfahrungsaustausch zu starten. Ich freue mich auf reichhaltige und nachhaltige Nutzung dieses Forums.

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Als jemand, der einen Spaten nicht von einer Schaufel unterscheiden konnte, bin ich vor zwei Jahren zum Gärtnern gekommen.

Wenn man Selbstversorgung betreiben will und ein Haus baut, dann sollte man einen Kartoffelkeller einplanen, um Kartoffeln, Karotten, Äpfel und was man sonst alles gut über Monate lagern kann, auch über den Winter unterbringen zu können.

Mein Keller ist feucht, weil die Hütte, wo der drunter ist, ein bisschen feucht ist und sich das Wasser am der Kellerklappe kondensiert und dadurch habe ich schon zwei Ernten verloren.

Also Lagerraum ist wichtig und sollte v.a. trocken und ganzjährig kühl sein.

Dazu braucht man einen Lageraum für die Gartengeräte, ca. 10qm. Und irgendwo Platz für eine kleine Werkstatt, um irgendwas bauen zu können, wenn man einkochen will oder sonst etwas tut, was man besser nicht im Haus machen sollte.

Und wo wir dabei sind: Ich würde mich auch sehr über eine Garage mit Grube und ausreichend Raum nach oben sowie einer Halterung für einen Flaschenzug oder eine Motorwinde zum Motortausch freuen.

Denn wenn man sowas hat, dann kann man nicht nur das eigene Auto kostengünstig selber in Schuss halten und spart enorm Kosten. Man hat zudem etwas, was man tauschen kann. Man lässt andere da den Wagen reparieren und die helfen dann z.B. bei anderen Dingen.

Für den Garten würde ich immer ein Grundstück mit Brunnen bevorzugen.

Dann Hochbeete bauen. Wenn man kein Geld hat aus Weidenruten mit Lehmfüllung, die man dann aber wohl alle paar Jahre erneuern muss. Wenn man Zeit hat, kann man sich von Baustellen auch alte Ziegel holen und das mauern. Hochbeete sind wirklich toll, weil man sich nicht bücken braucht und gleichzeitig mehr Ertrag hat.

Dazu immer ein ausreichend großes Gewächshaus. Das kann man auch aus alten Fenstern selber bauen. Wenn man im Sturmgebiet lebt, dann muss man bei PVC Baumarktgewächshäusern reichlich Silikon verwenden, damit alles wirklich 100% Winddicht wird. Denn wenn der Wind an einer reinkommt, reisst der die Platten kaputt. Das haben wir hier regelmäßig. Massaker an den Baumarktgewächshäusern nach Sturm. Noch schlimmer bei Foliengewächshäusern.

Interessant finde ich auch Aqaponik: Da werden Planzen mit dem Wasser gedüngt oder in einer Aquakultur aufgezogen, das aus Fischteichen stammt und vorher durch Behälter mit Bakterien geleitet wird, die die Fischexkremente für die Pflanzen verwertbar machen. Gleichzeitig reinigen die Pflanzen das Wasser, das dann wieder sauber zu den Fischen zurück kommt.

Man hat dann nicht nur schnell wachsende Pflanzen sondern auch Eiweisquellen mit denen man wirklich autark werden kann.

Die alten Zisterzienserklöster, die oft in unbewohntem Gebiet gegründet wurden, haben mit Karpenteichen und Gartenbau eine völlige Autarkie erreichen können. Und damals wurden die Teiche auch nicht mit Folie oder Beton gebaut sondern mit Lehm abgedichtet. Und für das - ich nenne es mal - Überspülventil zum rausfiltern von Schwebebestandteilen an der Oberfläche gab es damals eine Holzkonstruktion.

Grundsätzlich sollte man sich bewußt sein, dass ein Garten richtig viel Arbeit macht. Und man besser klein anfängt und sich mit etwas Selbstversorgung zufrieden gibt als das gleich ganz groß aufziehen zu wollen.

Aber genug Kartoffeln für ein Jahr anbauen, genug Salat während der Saison und Kohlpflanzen. Das ist keine Hexerei.

Hat man aber 40 Obstbäume, unterschiedlichste Beerensorten, Karotten, Tomaten, Kräuter, Knoblauch, Sellerie und was weiss ich noch alles und dann jeweils noch unterschiedliche Sorten dann kann das richtig Arbeit machen.

Also erst das Haus bauen - dann mit dem Garten anfangen und sich langsam steigern.

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