Butter bei die Fische :-)

Hallo,
das Thema 10.000 € Haus hat mich soi fasziniert, das ich kurz davor bin anzufangen (anfrage beim BM, Bauplatz räumen usw.). Da ich eine große Familie habe, werde ich mit den veranschlagten 50 qm nicht hinkommen, bei 4 Kindern rechne ich mal 120 qm.
Es werden immer die 10.000 € in den Raum geworfen, vielleicht sollten wir mal anfangen konkret zu rechnen. Wenn man jetzt davon ausgeht, das man eine Geminde findet, die mitmacht und ein erschlossenes Grundstück zur Verfügung stellt, was braucht man noch und was kostet es bei welcher Bauweise?

Als erstes wäre der Architekt, der möglichst einen Bauplan erstellt, der für mehrere Häser verwendet werden kann. Vielleicht kennt jemand einen der sowas kann und kostengünstig erstellen kann.

Ich mache mal den Anfang. Für mich scheint ein Lasttragendes Haus auf jeden Fall günstiger und Energieeffizienter zu sein. Auf Anfrage bei Landwirten in der Gegend wurden mir Angebote für Jumbo-Quaderballen (1,20 x 0,70 x 2,00m) gemacht, die zwischen 15 und 40€ lagen. Bei meinem Haus würde ich ca 200 Jumboballen benötigen, beim günstigsten Angebot also 3000€.

Wer kann was zum Fundament, Putz und Holzbedarf sagen? Fenster und Türen werde ich bei der hiesigen Wohnungsbaugenossenschaft mal anfragen, die reissen derzeit einen Wohnblock nach dem anderen ab, darunter einige, die erst von kurzem saniert wurden. Sobald ich da was weiß werde ich es schreiben.

Egal wie, man wird nicht darum kommen, einen Elektriker und Gas-Wasser Instalateur hinzuzuziehen. Auch wenn es nur minimale Anforderungen gibt, so muss das ja wohl trotzdem vom Fachmann gemacht werden! (übrigens war das mit dem Solarkocher kein Scherz! Der hat bei richtiger ausrichtung und wolkenlosem Himmel selbst im Winter innerhalb von Sekunden eine Temperatur von bis zu 350°)

Weitere Kosten?

Viele Grüße
Manfred Schlüter

PS: Ich erhebe keinen Urheber-Rechtsanspruch auf Rechtschreibfehler. Diese dürfen ohne Anfrage weiter frei verwendet werden ;-)

Kommentare

Bild des Benutzers kahalla

...garantiert nicht. Ich habe das auch nicht als Scherz aufgefasst. Ich kenne diese Solarkocher schon seit einigen Jahren und hab mir an einem sogar schon die Finger verbrannt. manchmal ist es nicht so vorteilhaft im Brennpunkt zu sein. Als Alleinkochgerät hat er eben eine Schwäche bei trübem Himmel, weshalb es immer noch eine wetterunabhängige Alternative geben sollte. Wie die aussieht, ist konkret am besten vor Ort zu lösen und wir müssen uns darünber nicht den Kopf zerbrechen.

Beim lasttragenden Bau nach Hr. Schmidt (dem Schweizer) braucht man Holz für die Tür- und Fensterlaibungen und vor allem den Mauerkranz, evtll Zwischengeschosse und das Dach.
Aus seinen Filmen geht hervor dass die Dächer ebenfalls aus Segmenten bestehen die aus OSB Platten gefertigt wurden und zwar so, dass sie die selben Jumboballen aufnehmen die du in den Wänden verbaut hast. zur Stabilisierung ist der "Ringanker", eine rundumlaufende Mauerkrone aus Holz die die aus dem Dachaufbau sich ergebenden Scherkräfte, das Gewicht des Dachs und den Zusammenhalt der umlaufenden Außenwand garantieren soll. Sie muss neben den oben genannten Kräften auch Zugkräfte aufnehmen können und ist wahrscheinlich die technisch aufwendigste Holzkonstruktion im Haus. Für den Innenausbau gibt es die meiner Meinung nach einfachere Möglichkeit Wände und Zwischendecken komplett im Inneren des Hauses zu konstruieren.
strohballen sollten wenig Getreidereste beinhalten, genügend dicht gepresst sein und eine bestimmte Restfeuchte nicht überschreiten, dann sind sie bei sorgfältiger Verarbeitung sehr lange haltbar. Die Werte kann man sich auf der Seite http://fasba.de holen. Dort werden auch zertifizierte Kleinballen beschrieben. Dort gibt es auch Adressen von Architekten, Handwerkern und sonstigen mit dem Strohballenbau beschäftigten Menschen. Erfahrung habe ich selbst nur mit Lehmputzen, die oft sehr günstig aus lokalen Vorkommen gewonnen werden können. Dies zu prüfen, bevor man fertige Mischungen kauft macht bei wenig Geld, Leben auf dem (eigenen) Land und genug Zeit durchaus Sinn.

Ansehen kann man sich einiges unter http://www.youtube.com/results?search_query=strohballenhaus+Schweiz&oq=s...

In diesen Filmen werden wohl einige Fragen beantwortet und neue aufgeworfen werden.

Das Fundament hängt natürlich vom Untergrund und von den darauf zu erstellenden Lasten ab.
in Siebenlinden, wo ein sandiger Grund vorherrscht zieht Wasser schnell ein und stellt in sofern kein Problem mit stauender Nässe dar. Hier wurden einfache Streifenfundamente aus Betonplatten gesetzt und scheinen ihren Zweck auch bei mehrstöckigen Gebäuden zu erfüllen. Die Gebäude dort wurden allerdings in einer Holzrahmenbauweise erstellt. Was der lokale Baustatiker bei dir zu Hause davon hält kann ich nicht einmal erahnen. In der Schweiz wurde meines Wissens hauptsächlich eine Stahlbetonbodenplatte gegossen auf die die Strohballen, durch eine Folie vor aufsteigender Feuchte geschützt gesetzt wurden. Aussen wurden die schweizer Häuser mit einem Kalkputz versehen, die Innenseite mit verschiedenen Standardwandbekleidungen. Die Dachelemente wurden wie der Ringanker in Werkstätten vorgefertigt und mit einem großen Kran auf die Wandkonstruktion gesetzt.
installationen können zwar selbst gefertigt werden, müssen aber von einem Elektriker, Installateur oder, oder.. . abgenommen werden, so lange sie ans öffentliche Netz angeschlossen werden.
Niedervoltanlagen imInselbetrieb brauchen dies meines Wissens nicht, könnten aber bei der Gebäudeversicherung wieder zum Thema werden.

Ich hoffe, ich konnte einige Fragen beantworten und ein paar Anregungen geben.

Grüße aus Köln, Egon

Kahalla, die Kühle, alter Flußname.
Wie ein Fluss will ich auch Leben.
Vom Ursprung aus die Welt mit meinen Wellen streicheln,
befreunden und nähren, zur Blüte bringen,
gen Ende behäbig mich ins Meer ergießen.

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Kahalla, die Kühle, alter Flußname.
Wie ein Fluss will ich auch Leben.
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In Deutschland ist laut gängiger Meinung Stroh nicht als Baustoff, sondern nur als Dämmstoff zugelassen.
Wer also für Stroh als Baustoff argumentieren will, braucht Fakten und Zahlen.

Hierfür sind folgende Links gedacht:

http://www.atelierwernerschmidt.ch/de/stroh/stroh-fakten

Prüfberichte und Expertisen aus Deutschland:

http://fasba.de/content/blogcategory/42/249/

Und hier für Baugenehmigungen (online):

http://fasba.de/content/blogcategory/17/220/

Fortsetzung folgt.

Kahalla, die Kühle, alter Flußname.
Wie ein Fluss will ich auch Leben.
Vom Ursprung aus die Welt mit meinen Wellen streicheln,
befreunden und nähren, zur Blüte bringen,
gen Ende behäbig mich ins Meer ergießen.

Bild des Benutzers web304

Hallo frittenferrari,

ich bin ziemlich gespannt auf deine Fortschritte und Erfahrungen. Gibt es denn schon etwas zu berichten? Ich fände es toll wenn deine Erfahrungen auch anderen zu Gute kämen, die hier nach Lösungen suchen. Sicher bist du gerade Vorkämpfer und die Sache ist nicht ganz leicht, aber ich denke, je mehr Erfahrungen ausgetauscht werden um so mehr Tipps, Anregungen und Erfahrungen kannst du von anderen erhalten.

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